Inkontinenz

Leiden Sie an einer Urin-Inkontinenz ?

Wir helfen Ihnen gerne weiter. Nur wenn wir gemeinsam darüber sprechen, kann ein Weg zur Besserung gefunden werden. Melden Sie sich sich und haben sie Mut, Ihre Beschwerden und Sorgen bei uns anzusprechen.

KURZE INFORMATION ÜBER INKONTINENZ

Grundsätzlich unterscheiden wir 2 Typen der Inkontinenz (ungewollter Urinverlust).

  1. Belastungsharninkontinenz

    Diese Form der Inkontinenz ist auch bekannt unter dem Namen “Stressinkontinenz”. Dabei besteht ein ungewollter Urinverlust beim Husten, Niessen oder Lachen. Auch kann beim Sport, Treppensteigen oder auch schon beim Aufstehen von einem Stuhl ein Urinverlust bemerkt werden.

    Die Ursache ist oftmals ein Verschlussdefekt der Harnröhre. Dies kann durch eine Gewebeschwäche, Verletzung oder auch typischerweise nach vaginalen Geburten entstehen.

    Empfohlen wird als Erstbehandlung eine Trink-Miktionsschule (Training), eine Physiotherapie (Beckenbodentraining) oder eine Stütztherapie der Harnröhre mit einem Vaginalpessar (Tampon aus Schaumstoff). Dieser muss von einem erfahrenen Frauenarzt asugesucht werden, das es verschiedene Formen und Grössen gibt.

    Falls eine Operation indiziert ist, muss vorgängig eine retrograde Blasenfüllung (Füllung der Harnblase mit NaCl 0.9% via Einmalkatheter) mit Hustentest und Perinealsonographie (Ultraschall der Harnröhre und der Harnblase) durchgeführt werden. Diese Daten geben die Indikation und die Vorlage für eine Operation. Diese nennt man Inkontinenz Bandoperation oder auch TVT Bandeinlage.

    Diese wird im Spital durchgeführt und man bleibt in der Regel 2 Nächte im Spital.

  2. Dranginkontinenz (over active bladder wet/dry) - im Volksmund “Reizblase”

Die Dranginkontinenz wird hauptsächlich durch ein falsches Trinkverhalten verursacht. Über Jahre wird zu wenig und in zu kleinen Mengen getrunken. Ideal wäre eine Trinkmenge von 3 dl insgesamt 5-6x pro Tag. Kaffee und saure Säfte (z.B. Orangensaft) können eine Reizblase verstärken, Preiselbeer- oder Cranberry Saft dagegen helfen gegen die Reizbeschwerden.

Chronische Blaseninfektionen können auch zu einer Reizblase führen.

Diese Form des Urinverlustes kann mit einem korrektem Trinkverhalten, durch Physiotherapie, Phytotherapie (Pflanzen), anthroposophische Medikationen (Goldrutenextrakt) und auch andere schulmedizinische Medikamente (Anticholinergika und/oder Beta3 Blocker) behandelt werden. Dafür braucht es Zeit und regelmässige Kontrollen mit Anpassung der Behandlung. Rechtzeitig begonnen, haben dies Behandlungen einen grossen Therapieeffekt.

Falls dies nicht reichen sollte, kann eine Botox Behandlung der Harnblase (kurze stationäre Behandlung im Spital) sehr helfen.

3. Mischinkontinenz

Oft kommen Mischinkontinenzen vor. So muss gemeinsam mit dem Arzt, der Physiotherapeutin, Medikamenten und allenfalls einer Operation ein optimaler Weg gefunden werden. Hierfür braucht es Zeit, Empathie, Erfahrung und Vertrauen.